Eine Reise in die schottischen Borders
Ein eigens für diesen Zweck erbautes Ausstellungsgebäude, in dem die Great Tapestry of Scotland untergebracht ist, wurde im August 2021 in Galashiels im Herzen der führenden Textilregion Großbritanniens eröffnet. Es würdigt das kreative Talent der Stickerinnen und erzählt die Geschichte von Schottland – von Maria Stuart, Robert the Bruce, Robert Burns und Sir Walter Scott bis hin zu Rugby, Fußball, Filmen und Musik.
Der Wandteppich wurde von Andrew Crummy entworfen. Er setzt eine Idee des schottischen Autors Alexander McCall Smith um, der sich einen Wandteppich mit Episoden aus 12.000 Jahren schottischer Geschichte wünschte. Der Historiker und Schriftsteller Alistair Moffat war an der Auswahl der darzustellenden Personen und Szenen beteiligt.160 Panele wurden von mehr als 1000 Stickerinnen und Stickern geschaffen.
Ich habe hier die Panele ausgewählt, die in irgendeiner Weise mit Textilem zu tun haben: Schafscheren, Stricken, Waschen, Walken ...
Dachten Sie, den schottischen Kilt habe es seit Urzeiten gegeben? Weit gefehlt. Er wurde erst in den 1720er Jahren von Thomas Rawlinson, einem Quaker aus Lanceshire „erfunden“ beziehungsweise entwickelt. Bis dahin trugen die Schotten den big kilt, eine riesige Decke, die sie um sich wickelten und mit einem breiten Gürtel befestigten. Rawlinson fand, diese Bekleidung behindere seine Arbeiter und er förderte die Entwicklung des „small kilt“, der etwa so aussieht, wie wir ihn heute kennen.
Hier das Panel zur "Erfindung" des Kilts.
In der Stadtbücherei von Peebles, die auch als Museum und Galerie fungiert, zeigte die Künstlergruppe EDGE die Ausstellung „TEXT – TEXTURE – TEXTILES: John Buchan and 25 Years of EDGE Textile Art“.
Eine Arbeit von Kim Gunn ziert das Ausstellungsplakat. Sie besteht aus schwarzem Filz mit Papiergarn und Perlen. Bei der zweiten Arbeit besteht der Untergrund aus weißem Filz. Zu beiden Arbeiten schrieb sie: „Der perforierte Filz-Untergrund und das Papiergarn habe ich in Finland gekauft. Heraus kam eine spielerische Reaktion auf die Materialien.“
Die beiden nächsten Werke von Alison King ließen mich sofort an schottische Landschaften denken. Es sind Mixed-Media-Arbeiten, bei denen sie den Stoff bestickt und bemalt hat. Zu dem Werk, von dem Sie auch einen Ausschnitt im Titel sehen, schreibt sie: „Inspiriert von dem Blick durch die Bäume auf dem Hügelweg.“
Hawick in den schottischen Borders ist die Cashmere, Tweed und Whisky Town. In nicht weniger als vier Unternehmen werden Wollsachen in schicken Verkaufsräumen angeboten. Ich war bei Johnstons of Elgin, wo seit 225 Jahren Kaschmir und feine Wolle verarbeitet werden. Hier stehen auch alte Geräte, wie diese 250 Jahre alte Maschine, auf der anfangs Strümpfe und nach einem Umbau Shetland Lacy Shawls hergestellt wurden. Diese gestrickten Schals bestehen aus sehr feiner Wolle und haben eine Art Spitzenmuster.
Heute werden unter anderm Strickjacken in allen Farben und Größen hergestellt und verkauft. Sie bekommen aber auch Schals, Bettüberwürfe, Socken ....
Interessant die beiden folgenden Bilder. Auf dem ersten ist ein 200 kg schwerer Sack mit Kaschmir-Wolle zu sehen. Der Wert dieses Sacks, wie ich auf dem Schild darüber erfahre, beträgt 30 000 Pfund.
Um einen Mantel aus Kaschmirwolle herzustellen, benötigt man die Wolle von 25 Kaschmirziegen, bei einem Pullover braucht man die Wolle von 4 Ziegen, nur Socken lassen sich mit der Wolle einer einzigen Ziege herstellen.
Auf dem Rückweg haben wir Halt inn Durham gemacht und die weltberühmte Kathedrale besichtigt. Die Kathedrale gehört zum UNESCO-Weltkulurerbe. Mit ihrem Bau wurde bereits 1093 bekonnen. Das Datum der Fertigstellung der ersten Bauphase ist nicht genau überliefert. Es werden die Jahre 1130 oder 1133 angegeben. Kniekissen fand ich in der Kathedrale keine.






























