Berberteppiche in Marokko

 

Die Region Taznakht in der Provinz Ouarzazate im Südosten Marokkos ist bekannt für die Herstellung von Ouaouizeght-Teppichen, benannt nach den Stämmen „Ait Ouaouizeght”, einer Gruppe von Amazigh-Stämmen, die an den Südhängen des Hohen Atlas leben.

Die Weberinnen verwenden unter anderem Rohstoffe aus der Gegend, wie beispielsweise Wolle aus der Region Sirwa, die sich durch ihre hohe Qualität auszeichnet. Sie wird den Weberinnen von Nomaden geliefert wird, die in den Sirwa-Bergen, die Teil des Atlasgebirges sind, Schafe züchten. Zum Färben der Wolle verwenden die Weberinnen Kräuter aus den Bergen der Region, ohne chemische Produkte zu verwenden, was diesen Teppichen ihre Qualität und Beliebtheit bei den Kunden verleiht. 

Dieser Webkamm, der aussieht als sei er aus Silber, und das Teeservice erzeugen ein wahres Stilleben.

Die Region zählt etwa 22.000 Weberinnen und nimmt eine Vorreiterrolle in der Teppichherstellung in Nordafrika ein. Dieses Produkt gilt aufgrund seiner historischen, kulturellen und künstlerischen Bedeutung als nationales Kulturgut. Die Teppichindustrie von Ouaouizeght hat dazu beigetragen, Familien ein Einkommen zu sichern und den Weberinnen neuen Status zu verleihen.

Kaufen kann man die Teppiche zum Beispiel im Dorf Taznakth im Süden Marokkos. Dort ist ist das Teppichweben nach wie vor eine altehrwürdige Tradition, die Kunst und wirtschaftliches Überleben miteinander verbindet. Doch diese von Mutter zu Tochter weitergegebene Tradition hat angesichts wachsender wirtschaftlicher und sozialer Herausforderungen zu kämpfen.

Ihre Werke, die oft für ein paar hundert Dirham an Zwischenhändler verkauft werden, erzielen jedoch auf den Basaren von Marrakesch oder auf Online-Plattformen bis zu zehnmal höhere Preise und können bis zu 6.000 Euro erreichen. Diese Situation wird von den Weberinnen angeprangert, die sich ausgebeutet fühlen.