Neueste Beiträge

Die Tapissereien von Cotehele House in Cornwall

Wandteppiche aus dem 17. Jahrhundert (Juli 2017)

mehr

 
Die Tregellas Tapestries, Redruth, Cornwall

Die Geschichte Cornwalls in 58 gestickten Panelen (Juni 2017)

mehr

Das Amerikanische Museum in Bath, England

Bilder von einer schönen Sammlung traditioneller Quilts (Juni 2017)

mehr

Textile Reise nach Vietnam, 1., 2., 3., 4., 5., 6. und 7. Teil

Besuch im Seidenweberdorf, im Stickerdorf, bei den Hmong, im Dorf Cat Cat, beim Sonntagsmarkt in Bac Ha, in einem kleinen Laden in Sapa, Trachten der ethnischen Minderheiten (April 2017)

mehr

Telas de Lengua auf Mallorca

Besuch in der Weberei Teixits Riera (März 2017)

mehr

Ausstellung in Glasgow: Jugendstilkünstler Alphonse Mucha

Plakate, Gemälde, Grafiken (Januar 2016)

mehr

Trachten im Schwarzwald

Hauben, Halskrausen, Einstecktücher etc. (Oktober 2016)

mehr

Textile Rundreise durch Schottland

Ausstellungen, Studios und Webereien (Oktober 2016)

mehr

Tartan und Kilts in Schottland

Bilder von Karos und Streifen (Oktober 2016)

mehr

Volkstrachten in Polen

Trachten von 1860 bis 1940 aus Łowicz (September 2016)

mehr

Babyquilts

von Sabine Weninger-Dietrich, Elke Burko und mir (Juli 2016)

mehr

TEXTILE ART BERLIN 2016

Farbenfrohe Eindrücke (Juli 2016)

mehr

Textile Ziele in vielen Ländern

Deutschland, England, Frankreich, Schweiz .... (September 2015)

mehr

 
 

Besuch im American Museum in Bath

Das American Museum in Britain, gelegen in einem Vorort von Bath, beherbergt eine ganz außergewöhnliche Sammlung alter amerikanischer Quilts, mehr als 250 an der Zahl. Ein Fünftel davon wird im Museum ausgestellt, entweder im großen "Hanging Room" oder in den Räumen mit Einrichtungen aus der amerikanischen Gründerzeit, z.B. auf Betten. Jedes Jahr wird eine Reihe von Quilts abgehängt, stattdessen werden andere aus der Sammlung aufgehängt. So können Besucher immer wieder andere Quilts sehen und die abgehängten Quilts können sich "erholen". Wenn die Quilts aus der Ausstellung genommen werden, kommen sie in den Lagerraum. Dort werden sie sorgfältig auf Schäden und Ungeziefer untersucht. Sollten Schäden festgestellt werden, werden die Quilts fachgerecht behandelt. Die Quilts werden dann um dicke Rollen gewickelt, in Baumwolltuch gehüllt und waagrecht aufgehängt. So werden die teilweise sehr alten Stücke, so gut es geht, geschont: vor Licht, Motten und Belastung bei Hängung und Handhabung. Manche der Stücke sind allerdings schon so empfindlich, dass sie nicht mehr ausgestellt werden können.

Bei diesem Basket Quilt ist das feine Quilting bemerkenswert. Auf die weißen Flächen zwischen den Körben sind Ananas gequiltet, das Symbole für Gastlichkeit.

Während des 2. Weltkriegs organisierten das amerikanische und das kanadische Rote Kreuz die Versendung von Quilts nach Europa. Sie waren für Soldaten und Menschen bestimmt, die alles verloren hatten. Das rote Kreuz stellte Gruppen von Quilterinnen Vlies und Rückseitenstoffe zur Fertigung von Quilts zur Verfügung. Heute weiß man nicht, wie viele fertige Quilts das Rote Kreuz nach Europa geschickt hat.

Es gab kein vorgeschriebenes Muster für die Quilts. Vielfach waren es Crazy-Quilts, für die große Stoffstücke, in der Regel aus Wolle oder Anzugstoffen, verwendet wurden. So konnten in kurzer Zeit Quilttops hergestellt werden. Aus Zeitgründen wurden sie oft nur geknotet und nicht gequiltet. In vielen Fällen haben Quilterinnen auch Quilttops genommen, die schon lange unfertig bei ihnen lagen.

In der Ausstellung mit alten amerikanischen Interieurs waren Babybetten und -wiegen zu sehen, die ihre eigenen kleinen Quilts hatten.

In der Ausstellung gab es Bekleidung, Möbelstücke und hin und wieder auch einen Wandquilt zu sehen.

Ein besonders schmaler Crazy-Quilt soll ein Türvorhang gewesen sein, was in kalten Wintern sicher sinnvoll war.

Auch schöne Webarbeiten gab es zu sehen. Diese stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert. Gewebt wurde sie entweder auf einem Maschinenwebstuhl oder einem Handwebstuhl mit Jacquard-Aufsatz.

Das Museum ist in einem alten englischen Herrenhaus oberhalb von Bath untergebracht, vom Garten aus hat man eine großartige Aussicht, allerdings nicht auf die Stadt, sondern in das grüne Tal, auf Felder und Hecken.
Von Zentrum von Bath aus kommt man bequem mit einem kostenlosen Shuttlebus zum Museum. Der Busfahrer erläutert vor dem Einstieg und während der Fahrt allerhand Wissenswertes zu den Gründern und zur Entstehung der Sammlung.

Hier noch die Adresse und Öffnungszeiten: 

Claverton Manor,
Claverton,
Bath BA2 7BD
England

Öffnungszeiten:

18. März– 29. Oktober
Dienstag – Sonntag, Montags geschlossen
ausgenommen im August und an Feiertagen
Cafe und Garten: 10.30 – 17 Uhr
Museum: 12 – 17 Uhr