Mit der Tanzgruppe nach Kreta im Oktober 2011

Nach den Vorbereitungen im November 2011 fahre ich mit der ganzen Tanzgruppe nach Kreta. Dort wollen wir griechische Tänze lernen und unsere Tänze tanzen. Auch eine kretische Tanzgruppe bekommen wir zu sehen. Der junge Mann trägt die typischen Reithosen und Stiefel, auf dem Kopf ein gehäkeltes Tuch mit Troddeln, die die Tränen der Frauen symbolisieren. Die junge Frau trägt eine Schütze mit einem schönen eingewebten Muster.

IMG_1808 (Custom)
IMG_1809 (Custom)

Hier die Schürze noch einmal etwas näher. Unter Rock und Schürze trägt sie weiße Pluderhosen, Um die Taille wird ein grob gewebter roter Wollstreifen gewickelt.

Das eingewebte Muster der Schürze finde ich auf auf Kissenhüllen wieder - in Anogia, dem Dorf der Weberinnen, das im letzten Jahr im November schon ausgestorben war.

IMG_1815 (Custom)
IMG_1822 (Custom)

Dieses Mal das pralle Leben. Überall hängen Web-, Stick-, und Häkelarbeiten vor den Läden. Während draußen die Sonne wunderbar wärmt, ist es in den Läden eiskalt, es gibt keine Heizung. Nur manchmal sehe ich ein kleines altes Elektroöfchen.

Daher sitzen die alten Damen vor den Läden und arbeiten in der Sonne. Die meisten von ihnen häkeln, z.B. die Tücher, die die jungen Männer beim Tanzen tragen.

IMG_1824 (Custom)
IMG_1825 (Custom)

Diese alte Dame näht an einem der gewebten Rucksäcke mit rotem Faden die Kordeln fest. Als sie mich kommen sieht, steht sie auf und kommt mit einer riesigen Nadel in der einen und rotem Faden in der anderen Hand auf mich zu. Ich denke, sie möchte, dass ich das auch probiere und wehre ab. Da wird sie richtig ärgerlich und redet auf Griechisch auf mich ein. Bis es bei mir Klick macht und ich verstehe, dass sie nur möchte, dass ich für die den Faden einfädele. Das tue ich natürlich gerne und die Tanzfreundin neben mir fädelt gleich noch einen Faden ein.

Die ich schon im letzte Jahr entdeckt hatte, sind auf den Rucksäcken kleine Rosetten festgebäht.

IMG_1821 (Custom)
IMG_1816 (Custom)

In einer Schachtel sind ganz viele davon und dabei sind gleich auf die Fingerhüte, die man anscheinend dafür braucht. Ich verstehe trotzdem nicht recht, wie man das macht.

Am Webstuhl liegen die Fadenröllchen und das Webschiffchen parat, außerdem ein ganzer bunter Fadenknäuel, aus dem sich die Weberin die Fäden herausziehen muss.

IMG_1813 (Custom)
IMG_1818 (Custom)

Das Muster wird direkt eingewebt. Ich habe aber keine der alten Damen weben gesehen. Ob sie das im Winter machen, oder wenn die Sonne weg ist und man nicht mehr draußen in der Wärme sitzen und häkeln kann? Oder machen das die Töchter?

In den Läden gibt es jede Menge Tischdecken in allen Größen, viereckig, länglich, rund, zum Beispiel welche aus Leinen mit aufgestickten Olivenmotiven.

IMG_1814 (Custom)
IMG_1826 (Custom)

Auch Bändchenstickerei ist sehr beliebt, wenn auch nicht bei allen Käuferinnen, eine sagt mir, sie befürchtete, daran bliebe etwas hängen.

Natürlich gibt es wieder überall die typischen gestreiften griechischen Decken in rot, blau und grün zu sehen und zu kaufen, die als Bettüberwürfe oder Tischläufer angepriesen werden.

IMG_1823 (Custom)
IMG_1819 (Custom)

Das Muster noch einmal viel größer.

Und während die alten Damen in der Sonne sitzen und häkeln, sitzen die Männer in der Sonne vor den Läden und spielen Karten. Jungen Männer schauen zu und kiebitzen.

IMG_1827 (Custom)
IMG_1828 (Custom)

Das Dorf Anogia ist auch abseits der Läden malerisch. In jeder Ecke, auf jeder Mauer stehen Blumentöpfe, hängen Pflanzenkörbe oder wachsen Bäume aus jeder Ritze.

Wir besuchen auch Knossos, die uralte Stadt der Minoer, die von dem Engländer Arthur Evans Anfang des 20. Jahrhunderts in vielen Jahren ausgegraben und teilweise rekonstruiert wurde. An den Wänden hängen Nachbildungen der Fresken und ich sehe da höchst interessante Textildarstellungen, z.B. in den Lendentüchern der jungen Männer. Unten noch einmal im Detail. Ich finde die Muster faszinierend, wie wurde das wohl gemacht?

IMG_1761 (Custom)
IMG_1766 (Custom)
IMG_1765 (Custom)

 

 

 

 

[www.quilts.de]