Eine Reise nach Hongkong über Weihnachten und Neujahr 2008/2009

 

 

Gibt es etwas “Stoffiges” in Hongkong, das ich noch nicht kenne und unbedingt sehen muss, wollte ich vor der Reise wissen? Im Internet lese ich von einem Kaufhaus, in dem es alles für Patchwork gibt: im Kaufhaus Megabox in Kowloon Bay ist eine Filiale der australischen Kette Spotlight, mit Patchworkstoffen, Garnen und allem erdenklichen Zubehör. Da sind wir per S-Bahn hingefahren und ziemlich beladen wieder gekommen.

Um in Hongkong von A nach B oder, besser gesagt, von Stoffladen zu Stoffladen zu kommen, nimmt man die S-Bahn, Busse oder die alten doppelstöckigen Straßenbahnen, hier in blau hinter dem grünen Bus, fotografiert aus der dem oberen Stockwerk der Straßenbahn dahinter. Die Fahrt kostet 20 Cent, die wirft man entweder in Münzen in ein Kästchen oder bedient sich der ungemein praktischen Oktopus-Card, auf die man Geld lädt und von der dann bei jeder Fahrt der richtige Betrag abgezogen wird.

In der Ferne kann man auch eine Art Brücke über die Straße erkennen, das ist der Bürgersteig im ersten Stock über der Straße, ohne Verkehrsgewühl und in besserer Luft. Diese Bürgersteige führen entweder neben den Straßen entlang, über die Straßen hinüber, oder mitten durch Gebäude hindurch.

 

Straßenbahnen (Small)

Stoffladen (Custom)

In Hongkong findet sich eigentlich alles schön nach Sparten sortiert, der getrocknete Fisch, die Antiquitäten, die Schneider, die Kräuterhändler ... Die Tourist Information am Fährhafen schickt mich in eine kleine Nebenstraße. Da finde ich  Läden mit Stoffen jeder Art, allerdings vor allem für Bekleidung. Es gibt viel Seide aus China und Thailand, Baumwolle für Hemden, Wollstoffe für Mäntel etc. Wie schon beim letzten Besuch in Hongkong gesehen, stehen die Stoffrollen alle aufrecht und abgeschnitten wird von oben nach unten.

Auf der kleinen Insel vor Hongkong, auf der unser Hotel liegt, finde ich einen hübschen kleinen Laden, der eine Blaudruck-Tischdecke draußen hängen hat, eine Tischdecke mit einem Fisch. Die will ich unbedingt haben, als ich aber zwei Tage später wieder komme, sind alle Fische ausverkauft, es gibt nur noch Schmetterlinge.

Blaudruck2

Batik2

Die Blaudrucke gefallen mir aber ausnehmend gut, es ist “Tie Die”, also Schnürbatik. Zusätzlich sind die Konturen mit kontrastfarbigem dickem Faden maschinell bestickt. Da konnte ich wirklich nicht nein sagen!

Ich bin mit der jungen Ladeninhaberin ins Gespräch gekommen, Sie ist gehört zur Minderheit der Bai, die in Südchina lebt. Wikipedia weiß dazu: “Die Bai sind eine der 56 durch die Volksrepublik China anerkannten Volksgruppen. Die Bai-Nationalität umfasst etwa 1,9 Millionen Menschen.” Mehr dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Bai

Sie erzählt, dass ihre Schwester den Stoff der Tasche, die ich in der Hand halte, gewebt hat und dass sie selbst dann die Tasche im Laden an der Nähmaschine genäht hat. Hübsch!

Auch hübsch finde ich die Handarbeit an diesem Baby-Tragetuch, das ist ganz eindeutig ein Patchworkmuster, von Hand genäht.

Tragetuch (Custom)

Gewand

Auch dieses Gewand hängt im Laden, wunderschön bestickt. Wer so etwas kaufen will, muss allerdings wissen, dass es schwierig ist, die richtige Größe für Europäerinnen zu finden. Bei Kleidergröße 42 muss es schon das chinesische XXL sein und das ist meist nicht vorhanden.

Auch diese Fisch-Täschchen finde ich nett, sie haben oben eine Schnur zum zuziehen.

Fische (Custom)

Katzen2

Das hier sind Katzen, allerdings Katzen mit Gesicht vor und hinten. Keine Ahnung wofür die gut sind, vielleicht als Kissen? Jedenfalls nett und hübsch gearbeitet.

Diese Schuhe finden sich auf dem Stanley Market, einem sehr bliebten Touristenziel mit allerhand billigen Textilien und diesen Schühchen. Ich fürchte, so klein waren die Füße der chinesischen Frauen nach dem Einbinden.

Auf dem Stanley Market lerne ich auch, wie man am raffiniertesten handelt. Man nehme ein kleines Mädchen mit, das den Händler immer wieder am Ärmel zupft und “Biiiitte, biiitte, biiitte” ruft. Dem konnte keiner widerstehen. Die Mutters stand daneben und ließ die Tochter gewähren, wohl auch wegen der wirklich günstigen Preise, die so zu erzielen waren.

Schuhe (Custom)

Fressmeile (Custom) (2)

“When in Rome, do as the Romans do”, sagen die Engländer, will heißen, man soll sich an die örtlichen Gepflogenheiten anpassen. Das haben wir auch getan und ständig gegessen, vorzugsweise in den vielen Fischrestaurants, bei denen die Fische noch im Wasser schwimmen, wenn man sein Essen bestellt. Das Bild zeigt eine der beliebtesten “Fressgassen” auf Lamma Island. Das bekannteste Restaurant hat einen eigenen Fährdienst von Hongkong Island aus.

Den Fisch gibt es aber nicht nur frisch, sondern auch getrocknet, ich weiß aber beim besten Willen nicht, wie der dann gegessen wir. Wir er wieder eingeweicht und dann gekocht oder funktioniert das so, wie ich es auch gesehen habe: ein getrockneter Tintenfisch wird mit Marinade bestricht, kurz auf den Grill gelegt, mit der Schere in kleine Stücke geschnitten und in eine Tüte gepackt, als seien es Chips.

Fisch2

blüten

Hongkong besteht keineswegs nur aus Hochhäusern, man kann ganz prima durch die Natur wandern, z.B. über den McLehose-Trail. Und in den Wäldern blüht dieser Strauch ganz wunderschön. Ob das eine Art von Kamelie ist?

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