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Eine Quilterin in Hongkong
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Einkaufen in Hongkong ist ein Abenteuer, zum einen ist da diese unglaubliche Stadt mit ihren Hochhäusern, ihrem Verkehr und ihren 8 Millionen Einwohnern auf engsten Raum. Da sind riesige Luxuskaufhäuser, Kaufhäuser für den Normalbürger, viele große und kleine Läden, Straßenstände, Verkaufswagen etc.
Da sind zum anderen ungemein freundliche Menschen, die unaufdringlich Hilfe anbieten und kompetent beraten und bedienen. Und dann sind da die Preise, über die vor allem in den kleinen Läden verhandelt werden muss. Die normale Europäerin hat Probleme, nach Auskunft, der Meter Stoff koste 4 Euro, in Empörung auszubrechen und zu erklären, das sei VIEL zu teuer und eben mal die Hälfte wolle sie bezahlen. Also bezahlt sie wahrscheinlich viel zu viel.
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Wahrscheinlich habe ich beim ersten Stoffeinkauf im Western Market, einem der wenigen Altbauten der Stadt, eben diesen Fehler gemacht. Ich habe Meter und Meter Stoff gekauft, um mir Kleider nähen zu lassen, und jeden Preis einfach akzeptiert. Neben dem Stoff für zwei Kleider und einen Blazer habe ich ägyptische Baumwollstoffe für eine Freundin gekauft, die die Farbe blau liebt. Diese Stoffe sind eigentlich für Hemden gedacht, fürs Patchen aber auch sehr gut geeignet.
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Der zweite Stoffkauf sollte eigentlich keiner sein. Ich wollte auf keinen Fall diese feste gemusterte chinesische Seide kaufen, davon habe ich schon etwas zu Hause und ich weiß noch immer nicht, was ich damit machen soll. Aber dann bin ich durch diese Stoffabteilung in einem chinesischen Kaufhaus gewandert und die nette Verkäuferin fragt mich, was ich denn suche und wofür. Und ich sage ihr, ich bin Patchworkerin und das alles hier ist viel zu schade dafür. Warum nehmen Sie dann nicht etwas von den Resten da, fragt sie mich und weist auf einen Stapel. Und man kann sich ja denken, was die überzeugte Quilterin dann tun: sie kauft einen ach so günstigen – riesigen – Rest wundervollster roter gemusterter chinesischer Seide. Vorschläge, was ich damit machen soll, sind sehr willkommen!
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Der dritte Stoffeinkauf sollte bei einem Ausflug in der Volksrepublik China stattfinden, fand aber nicht statt. Stellen Sie sich eine riesige Halle vor, gefüllt mit lauter Stoffständen: Seide, Baumwolle, Tweed, Plüsch, Chiffon …. alles für’s Nähen von Anzügen und Kleidern. Ich war so überwältigt, dass ich schließlich gar nichts gekauft habe. Nachher hat’s mit leid getan …. Ich habe immerhin mehrfach das Handeln geübt. In China wie in Hongkong wird so gehandelt: Der Verkäufer nimmt einen Taschenrechner und tippt einen Preis ein. Der interessierte Käufer äußert Empörung über den hohen Preis, löscht die Summe und tippt seinen Gegenvorschlag sein. Auf der Gegenseite jetzt großes Gelächter und die erste Preisreduzierung, wieder auf dem Taschenrechner. So nähert man sich allmählich an. Ein guter Preis braucht seine Zeit.
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Vielleicht dann doch lieber noch einmal in den Western Market mit seiner überschaubaren Menge von ca. 20 Stoffläden? Hier wie überall stehen die Stoffrollen senkrecht. Ich wollte ja noch einfarbige Seide kaufen, als kleine Geschenke für befreundete Quilterinnen. Und ein bisschen Flanell für die Rückseite des neuen Kuschelquilts. Dieses Mal hatte ich ja schon Erfahrung im Handeln und auch die nötige Traute. Vier mal einen Meter Seidenstoff und zwei Meter Flanell habe ich ganz günstig erhandelt. Auf diesem Foto sieht man sehr schön, wie hier der Stoff abgeschnitten wird. Erst wird abgemessen, dann am Schnittpunkt umgeschlagen und dann von oben nach unten in der Umlegekante abgeschnitten. Klappt fast so gut, wie auf einem Tisch und für den wäre unter diesen Platzverhältnissen einfach kein Platz.
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Da hier offensichtlich alle Stoffe für das Nähen von Kleidern und Anzügen bestimmt sind, konnte ich generell wenig Baumwollstoffe sehen, wie wir sie für das Patchen bevorzugen. Es gab auf einem Straßenmarkt sogar Vlies in unterschiedlicher Qualität, aber sicher für das Füttern von Winterjacken. Die Karostoffe dahinter trafen auch nicht ganz meinen Geschmack.
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Bei 15 Grad Plus im Winter frieren die Hongkonger und drängen sich um die Straßenauslage eines Ladens, der Decken und QUILTS verkauft! Wie man sieht, sind die Quilts schmal und lang, was man damit wohl macht?
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