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Die Quilterin auf den Azoren Fotos überwiegend von Marie Noëlle Nicolay
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Vor dem Sommerurlaub auf den Azoren, “zur Hortensienblüte” habe ich natürlich im Internet recherchiert, was es denn an Textilem auf den Inseln geben könnte. Da war von Flickenteppichen die Rede und Stickereien, und in Sachen Kunsthandwerk von Maisblattfiguren und Plastiken aus Fischschuppen. Dem Reiseleiter war das Interesse für Textiles neu, er wusste auch nichts zu nennen, wollte sich aber bei den Tourismusbehörden erkundigen. Und er kam wieder mit der Auskunft, es gebe keine heimische Textilproduktion, allenfalls Stickereien auf importieren Stoffen. Also erst einmal die Blumen und Pflanzen bewundern und jede Menge Samen sammeln. Hier eine Hortsensie, die im Sommer in großen Hecken auf den Inseln blüht.
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Der wilde Ingwer hat sich um Unkraut entwickelt, er überwuchert ganze Berghänge. Gleichzeitig blüht er aber in prächtigen Kerzen und duftet betörend. Essen kann man die Wurzel allerdings nicht. Man kann aber eine kleine mitnehmen und auf dem Fensterbrett einpflanzen, wo sie jetzt prächtig wächst.
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In den Städten und Städtchen auf den Inseln gibt es etwas, was typisch ist für Portugal: mit importierten weißen Marmorsteinchen werden geometrisch eckige und geschwungene Muster auf die Bürgersteine gelegt. Wirklich jeder Bürgersteig ist anders, auch große Plätze werden gestaltet.
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Und Textiles findet sich doch: Marie Noëlle, eine mitreisende eifrige Fotografin, von der nahezu alle Bilder hier stammen, hat in einem Dorf Flickentepiche entdeckt!
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Auf einem Parkplatz an einem Aussichtspunkt fertigt eine junge Frau diese hübschen Damen aus Maisblättern.
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Der Detailreichtum ist wirklich beeindruckend. Regenschirm und Täschchen sind mit winzigen Blumen dekoriert.
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Die kleine Heilige entdecken wir in eine Kirche und hier ist die Textilkunst, die ich später entdecke, erstmals zu erahnen.
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Aber erst einmal finden wir die Stickereien, von denen die Rede war: eine Hortensie, die Natur abgeschaut. In einem Kunsthandwerksladen am Hafen liegen jede Menge davon und da sitzen auch Damen, die diese Stickereien vorführen.
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Ist das ein typisch azoreanisches Muster, frage ich? Nein, das ist typisch norwegisch, sagte die junge Frau und lacht. Aber hübsch, finde ich.
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Im Laden drinnen gibt es noch mehr Textiles, das müsste Häkelspitze sein.
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Und auch hier wird appliziert, wer hätte das gedacht. Das hier erinnert ein wenig, an die Muster der Pflaster auf den Bürgersteigen.
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Schließlich aber finde ich doch etwas, was ganz typisch für diese Inseln ist, nur hält es offenbar niemand für textile Kunst. Sie haben es noch nicht entdeckt? Dann gehen wir etwas näher heran.
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Die Heiligenfiguren erhalten in regelmäßigen Abständen neue Umhänge, die kostbarst mit Goldfäden bestickt und teilweise sogar mit Edelsteinen und Perlen geschmückt werden. In einem Kloster lagen die Umhänge der vergangenen Zeit unter Glas und ließen sich leider nicht fotografieren.
Wie lange die Frauen wohl an einem solchen Stück arbeiten? Ich finde, diese Kunstwerke wären wohl einen Hinweis in den Reiseführern wert.
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Und zum Schluss noch zwei Kunstwerke, eines auf Pflaster und das Vorbild aus der Natur: eine Ananas.
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